Der Kanton Graubünden steht seit Jahren an der Spitze der digitalen Entwicklung in der Schweiz. Während viele Regionen noch zögern, in digitale Infrastruktur zu investieren, setzt Graubünden konsequent auf moderne Online-Lösungen – nicht nur als Trend, sondern als strategischen Hebel für Wachstum und Effizienz. Besonders die Verwaltung, aber auch lokale Unternehmen und Tourismusbranche profitieren von einer gut ausgebauten digitalen Infrastruktur. Die webseite des Kantons Graubünden ist dabei ein zentraler Baustein, der Transparenz, Dienstleistungen und Innovation vorantreibt.
Die digitale Transformation der Verwaltung
Seit der Einführung des kantonalen E-Government-Systems vor über einem Jahrzehnt hat Graubünden die digitale Verwaltung radikal modernisiert. Alle wichtigen Dienstleistungen – von der Anmeldung von Unternehmen bis zur Beantragung von Baugenehmigungen – sind nun vollständig online verfügbar. Das spart Zeit, reduziert Bürokratie und senkt die Kosten für Bürger:innen und Unternehmen. Laut einer Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) aus dem Jahr 2022 haben bereits über 80 Prozent der Graubündner:innen mindestens einen digitalen Dienst der Verwaltung genutzt. Besonders erfolgreich ist das Portal für die Online-Bewerbung von Arbeitsstellen, das dank integrierter Sprachauswahl auch für Nicht-Muttersprachler:innen zugänglich ist.
Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Digitaler Bürgerausweis“, das seit 2019 schrittweise eingeführt wird. Statt physischer Dokumente können Bürger:innen nun ihre Identität digital verifizieren – etwa für Online-Bankgeschäfte oder digitale Steuererklärungen. Die Kantonspolizei Graubünden arbeitet eng mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) zusammen, um solche Systeme sicher und zuverlässig zu gestalten. Das reduziert nicht nur die Abhängigkeit von Papierakten, sondern auch die Zeit bis zur Bearbeitung von Anfragen.
Unternehmen und Tourismus: Wie digitale Tools den Wirtschaftsstandort stärken
Auch die Wirtschaft im Kanton profitiert von der digitalen Wende. Laut einer Umfrage des Graubündner Wirtschaftsförderungsvereins (WV) aus 2023 nutzen bereits 65 Prozent der lokalen Unternehmen digitale Marketing-Tools wie SEO, Social Media und Online-Shops. Besonders im Tourismussektor hat die digitale Präsenz einen massiven Einfluss: Hotels und Gastronomiebetriebe nutzen Plattformen wie Booking.com oder die kantonale webseite, um direkt mit Gäst:innen zu kommunizieren und Buchungen zu ermöglichen. Das reduziert Abhängigkeiten von Drittanbietern und steigert die Margen.
Ein herausragendes Beispiel ist das „Digital Tourismus“-Projekt der Region Surselva, wo lokale Handwerksbetriebe ihre Produkte online bewerben. Durch die Integration von Augmented-Reality-Elementen können Kund:innen virtuelle Besichtigungen von Restaurants oder Handwerkerbetrieben durchführen. Dies hat nicht nur die Reichweite erhöht, sondern auch die Saisoneröffnung um mehrere Wochen verlängert. Die Tourismusbranche generiert damit zusätzliche Einnahmen und reduziert die Abhängigkeit von saisonalen Schwankungen.
Herausforderungen und die Zukunft der digitalen Entwicklung
Trotz dieser Erfolge gibt es noch Lücken: Besonders in ländlichen Regionen wie dem Engadin oder dem Oberengadin fehlt es an stabiler Internetabdeckung. Laut dem Bericht „Digitalisierungsindex Graubünden“ von 2023 liegt der Kanton im Vergleich zu anderen Kantonen im Mittelfeld, wobei die digitale Infrastruktur in den Bergregionen noch nachholen muss. Die Kantonsregierung plant daher ab 2024 ein Ausbauprogramm für Breitbandanschlüsse in abgelegenen Gebieten, unterstützt durch Fördergelder der Eidgenössischen Kommission für Technologie- und Innovationspolitik (KTI).
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Digitalisierung der älteren Generation. Laut einer Studie des Graubündner Kantonalen Amtes für Gesundheit (GKA) aus 2022 nutzen nur etwa 40 Prozent der Personen über 65 Jahre digitale Dienstleistungen. Hier setzt die Kantonsverwaltung auf gezielte Bildungsprogramme, etwa in den Seniorenheimen, um die Akzeptanz zu steigern. Gleichzeitig fördert der Kanton die Entwicklung von „digitalen Brücken“ – etwa durch interaktive Workshops mit Anleitungen auf Schweizerdeutsch oder einfachen Sprachoptionen.
- Seit 2022 nutzen über 80 Prozent der Graubündner:innen mindestens einen digitalen Verwaltungsdienst.
- Die Online-Bewerbung von Arbeitsstellen spart durchschnittlich 14 Stunden Bearbeitungszeit pro Anfrage.
- Laut WV-Umfrage nutzen 65 Prozent der lokalen Unternehmen digitale Marketing-Tools.
- Das „Digital Tourismus“-Projekt der Surselva verlängerte die Saisoneröffnung um bis zu vier Wochen.
- Im Jahr 2023 investierte der Kanton Graubünden rund 12 Millionen Franken in digitale Infrastrukturprojekte.
Die digitale Entwicklung im Kanton Graubünden zeigt: Erfolgreiche Digitalisierung ist kein Selbstläufer, sondern erfordert kontinuierliche Anpassung und Investitionen. Während die Verwaltung und die Wirtschaft bereits viel erreicht haben, bleibt die Herausforderung, auch in abgelegenen Regionen und bei älteren Generationen die digitale Teilhabe zu sichern. Doch mit der webseite und ähnlichen Initiativen wird Graubünden nicht nur als Vorreiter, sondern auch als Modell für andere Kantone und Gemeinden dienen – ein Beweis, dass digitale Innovation auch in kleinen, aber dynamischen Regionen einen Unterschied macht.
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